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A Jutta Retta
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Über den Stamm der Kereyu haben wir schon oft berichtet – ein interessantes Volk, Nomaden mitten in einer Agrarlandschaft, und ihr Land wird ihnen nach und nach genommen. Da können wir mitfühlen, aber die Kereyu haben auch eine andere Seite: sie sind berüchtigt für ihre Aggressivität und Grausamkeit…

„Diese Worte sind gewiss und wahrhaftig“ – Offb. 22,6

Die Kereyu sind in Äthiopien schon ein besonderer Stamm. Sie leben bis heute isoliert, lehnen Kontakt zu anderen Volksgruppen ab. Stolz sind sie auf ihre Kultur und ihr Vieh, und man muss zugeben, kaum jemand hat so eine gute Hand in der Viehzucht wie die Kereyu! Sie sind ihren Tieren sehr verbunden und spüren, was sie benötigen. So gedeihen ihre Kamele, ihre Herden wachsen ständig weiter, doch gleichzeitig wird ihnen das Weideland knapp.

 

Zuckerrohrplantagen im Kereyu-Gebiet

Schon vor langen Jahren wurden im Gebiet der Kereyu Zuckerrohrplantagen angelegt. Ihr Land ist fruchtbar, der Boden vulkanisch, und der Fluss Awash liefert das nötige Wasser. Ohne künstliche Bewässerung wächst hier jedoch nichts, daher hatte früher niemand am Kereyu-Gebiet Interesse. Jetzt aber werden die Plantagen immer weiter ausgebaut, die Felder dehnen sich weit über das Land aus. Die Kereyu werden mit ihren Herden dadurch immer weiter ins Abseits gedrängt. Die Regierung hat sogar begonnen, Teile des Stammes anzusiedeln und sie zum Ackerbau anzuleiten. Viele Kereyus sind darauf eingegangen, aber es nimmt ihnen auch ein Stück ihrer Identität. Für die Mission war es jedoch ein Segen – endlich konnten die Kereyu erreicht werden, endlich konnte man Kontakt zu ihnen aufbauen, zumindest zu den sesshaft gewordenen Stammesangehörigen. Die Kereyu gehören dem Islam an, mischen jedoch auch alte Stammesreligion mit hinein. Wir arbeiten unter diesen Kereyu auch durch unser Patenkinderprojekt. Durch diese Missionsarbeit entstand zuletzt sogar eine kleine Kereyu-Gemeinde… Während einzelne Kereyu sich veränderten und sich öffneten, blieb der größte Teil des Stammes hingegen verschlossen und ablehnend. Bekehrten drohte drastische Strafen und Folter von ihren eigenen Stammesgenossen.

 

Die Kereyu lehnen sich auf

In den letzten Monaten kommt es seitens der Kereyu zu immer mehr Übergriffen auf die anderen Volksgruppen, die in ihrem Gebiet leben. Das sind zumeist Tagelöhner, die für die Arbeit in den Zuckerrohrfeldern aus Südäthiopien hierhergebracht wurden. Viele der Kereyu tragen Gewehre mit sich, und es kam zu mehreren bewaffneten Angriffen auf die Bevölkerung. Die Kereyu tauchen plötzlich auf und schießen in die Menge. Solchen Übergriffen fallen inzwischen fast täglich Menschen zum Opfer. Die Christen, die hier in den Plantagendörfern wohnen, müssen um ihr Leben fürchten. Einige Kereyu kamen sogar zu unseren Evangelisten und bedrohten sie, damit sie aufhören, das Evangelium zu verbreiten. Für die Gläubigen im Dorf Ost-Abadir wurde die Lage so gefährlich, dass 150 Mitglieder weggezogen sind, vor allem Familien mit Kindern. Die Kereyu nehmen nämlich keine Rücksicht auf Wehrlose.

 

Bitte betet!

Unsere Glaubensgeschwister, die in solch großer Gefahr und Angst leben, brauchen unsere Fürbitte. Bitte denkt an sie in Euren Gebeten! Und betet auch für die Kereyu, dass auch in diesem Stamm weiter Menschen zu Jesus kommen und gerettet werden.

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