Aktuelles

Äthiopien

Der Weg des Wortes zu den Oromo

D
A Roman Retta
C 0

Die Geschichte, wie des Evangelium bis in die entlegensten Winkel Äthiopiens gelangte. 

Unter den verschiedenen Völkern verlief die Mission in Äthiopien in der Vergangenheit sehr unterschiedlich. Die Missionare waren vor diverse Herausforderungen gestellt, je nachdem welcher Religion die Menschen anhingen oder welche Erfahrungen sie mit europäischen Missionaren gemacht hatten. Am Beispiel von Meta Robi möchte ich einen Einblick darin bieten, wie sich der Glaube an Jesus Christus auch bis in die entlegensten Winkel Äthiopiens ausbreiten kann.

Die ersten protestantischen Missionare erreichten Äthiopien im Jahre 1866 aus Schweden. Später gründeten die Lutheraner die Mekane Yesus Kirche. 1923 missionierten presbyterianische Missionare aus anderen europäischen Ländern und den USA unter den Oromo, dem Volk, das unter anderem in Meta Robi lebt. Zur Zeit der italienischen Besatzung 1936 mussten alle Missionare das Land verlassen. Als Missionare der Missionsgesellschaft SIM (Sudan Inland Mission) fünf Jahre später nach dem Abzug der Italiener zurückkehrten, waren ihre Gemeinden von ca. 30 Mitgliedern auf 20.000 Mitglieder angestiegen, die sich in mehr als 100 Versammlungen trafen. 1955 wurde die Zahl der Evangelikalen in ganz Äthiopien schon auf 6 Millionen geschätzt. Die Christen bemühten sich nicht nur in der Evangelisation. Sie trieben die Alphabetisierung voran, bauten Krankenhäuser und Schulen und gaben landwirtschaftliche Entwicklungshilfe.

In der ländlichen Region Meta Robi traf der erste Missionar erst 1967 ein. Die Evangelikalen hatten es in den ersten Jahren nicht leicht. Als die amharischen Priester unter Kaiser Menelik II das orthodoxe Christentum nach Meta Robi brachten, bewahrten sich die meisten Oromo neben dem orthodoxen auch ihren animistischen Glauben. Als nun die evangelikalen Missionare anfingen Gemeinden zu gründen, behielten viele Oromo diese Gewohnheit bei und lebten eine Art Mischreligion aus Bibel und traditionellem Glauben.

Die orthodoxe Kirche und die religiösen Führer der Oromo hatten sich mit dem Status Quo abgefunden. Beiden gefiel es allerdings gar nicht, dass ihre religiöse Macht durch die aufsprießenden, evangelikalen Gemeinden in Frage gestellt wurde. Die junge Gemeinde geriet von beiden Seiten in Angriff. Soziale Isolation, Schikane, Gefängnisstrafen und sogar körperliche Gewalt und Brandstiftung waren für die Gemeindemitglieder an der Tagesordnung. In einem Gespräch erinnert sich der Stammesälteste Wordofa: „Zunächst war ich ein Verfolger der Christen, dann sah ich, dass die Bibel in der Schöpfung die Gleichheit aller Menschen lehrt. Jetzt unterstütze ich die Christen und bin für die Gleichheit aller Menschen.“. Das biblische Menschenbild der Evangelikalen scheint einen hohen Zeugnischarakter für diesen wichtigen Mann gehabt zu haben.  Heute bestehen zahlreiche Gemeinden und Gemeindegründungen in Meta Robi. Die Geschwister haben sogar eine kleine Bibelschule gegründet, in der sie Missionare und Leiter im Wort ausbilden. Bitte betet dafür, dass die Geschwister in Meta Robi und in ganz Äthiopien weiter mutig zu Gottes Wort stehen und in allen Anfechtungen und Versuchungen bewahrt werden.

Inzwischen ist ihr Bibelschulgebäude baufällig geworden und muss dringend erneuert werden. unser Ziel als Mission ist es, den Bau des neuen Gebäudes so gut wir können zu unterstützen. 2019 werde ich wieder nach Meta Robi reisen und mir die Lage vor Ort anschauen. Wir hoffen und beten, dass Gott und die Mittel zur Verfügung stellt, die wir brauchen um die Arbeit unter den Oromo voran zu treiben. 

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare zu diesem Artikel vorhanden.
Schreiben Sie doch den ersten Kommentar.

Einen Kommentar schreiben

Mit einer Spende mithelfen...

Helfen zu können ist etwas Großartiges. Was die Unterstützung von Evangelisten und anderen hilfsbedürftigen Menschen in Äthiopien angeht, übersteigt der Bedarf unsere finanziellen Möglichkeiten. Deswegen sind wir auf Mithilfe angewiesen. Wir freuen uns über jede noch so kleine Spende.