Aktuelles

Evangelisten

Eine Familie am Abgrund

D
A Jutta Retta
C 1

Im Gebiet Arsi liegt ein Ort mit etwas seltsamen Namen – Jidda. Der Name erinnert vermutlich nicht zufällig an die gleichnamige heilige Stadt des Islam. Aber in Jidda entsteht jetzt eine Gemeinde. Unser Evangelist Endale traf hier nun auf eine besondere Familie…

„Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.“ – Joh. 8,36

 

Jidda ist eine unbedeutende kleine Stadt auf dem Land im Gebiet Arsi, Richtung Südäthiopien. Der Ort hat eine gewisse Infrastruktur, es gibt Schulen und eine kleine Klinik. Als Religion dominiert der Islam, der hier durchaus radikale Züge hat. Die alten Stammesreligionen scheinen verschwunden zu sein, doch wenn man die Menschen besser kennenlernt, stellt man fest, dass die großen Religionen hier manchmal nur das alte Heidentum überdecken. Da wird immer noch geopfert, es gibt Schamanen, und die Menschen sind in erschreckender Weise gebunden.

 

Eine Familie am Abgrund

 

In seinem Dienst traf Endale schon auf viele, verschiedene Menschen und konnte ihnen von Jesus erzählen. Doch eine Familie, der er kürzlich begegnete, war anders. Je mehr Endale sie kennenlernte, umso trauriger machte ihn ihr Schicksal. Der Vater war ein finsterer Mensch, Alkohol und Drogen prägten seinen Alltag. Das hatte schlimme Folgen für die ganze Familie, denn die Droge Kath, die hier gebräuchlich ist und auch überall wächst, macht faul und nachlässig. Der Vater, der für seine Frau und seine Kinder sorgen sollte, kümmerte sich kaum noch und arbeitete nur noch das Nötigste. Mit der Familie ging es bergab. Die einfache Hütte sah schon heruntergekommen aus, die Kinder liefen in abgetragenen, löcherigen Kleidern herum, das Essen reichte selten. Nicht einmal die traurigen Blicke aus den hungrigen Augen seiner Kinder änderten etwas – so tief kann ein Mensch sinken. Die Mutter versuchte, dagegen anzukämpfen, aber es war zwecklos. Der Schamane, dem die ganze Familie regelrecht hörig war, interessierte sich nicht dafür. Er bestand nur immer wieder auf die Opfergaben, doch in ihrer Armut konnten sie sich das längst nicht mehr leisten. Endale bemerkte, dass sie sich aufgegeben hatten, das stand in ihren Gesichtern geschrieben.

 

Jesus macht frei!

 

Was kann man solchen Menschen sagen, wie kann man ihnen helfen? Wie oft hatten Nachbarn versucht, ihnen Rat zu geben, aber es schien dadurch noch schlimmer zu werden. Die Familie lag inzwischen mit allen im Streit, nur aus echtem Mitleid versuchten manche noch zu helfen. Endale besuchte sie trotz aller Schwierigkeiten, die er in den Gesprächen zunächst erlebte. Er erzählte ihnen von Menschen aus der Bibel, die ähnliche Schicksale hatten und gebunden waren. Und er zeigte ihnen, wie Jesus ihnen geholfen hat und sie freigemacht hat. Da spürte er, dass sie aufhorchten. „Unmöglich,“ sagte der Vater dennoch mürrisch, „und was hat das mit uns zu tun? Wie könnte uns dein Jesus denn helfen? Wo ist er überhaupt?“  Merkten sie nicht, dass mit Endale auch Jesus in ihr Haus gekommen war? Doch, sie spürten, dass hier nicht nur ein Mann mit guten Ratschlägen stand, sondern dass er eine ganz andere, neue Botschaft brachte. So begannen sie zuzuhören. Endale brauchte viel Geduld, aber einer nach dem anderen bekehrte sich, dem Herrn sei Dank.

 

Ein neues Leben

 

Was niemand für möglich gehalten hätte, geschah: In der Familie wurde alles anders, als sie Jesus aufnahmen. Der Vater ließ die Finger von der Flasche und den Drogen. Stattdessen suchte er überall Arbeit und brachte das Geld treu heim zu seiner Frau. Diese nahm sich als erstes ihr Haus vor und reinigte es von allem Müll und Schmutz. Die Kinder staunten, wie es auf einmal aussah, wenn sie heimkamen. Auch für sie wurde das Leben anders. Die Mutter achtete darauf, dass sie nicht mehr auf der Straße herumlungerten, sondern wieder regelmäßig zur Schule gingen und lernten. Sonntags machte die Mutter alle so fein wie möglich und die ganze Familie ging in den Gottesdienst. Aber da war ja noch etwas zu klären – die Nachbarn, mit denen sie ja im Streit gelebt hatten. Vater und Mutter gingen gemeinsam von einem zum anderen und entschuldigten sich für alles, was sie gesagt und getan hatten. Die Nachbarn konnten es kaum glauben, als sie die beiden so verändert vor sich stehen sahen. Natürlich wollten sie sofort wissen, was denn passiert sei – woher kam dieser Wandel? Mit leuchtenden Augen erzählten Vater und Mutter ihnen von Jesus…

Kommentare

Kommentar von Jakob Hert |

Preist den Herrn !
wenn man solche und manch ein anders Zeugnis liest, so hatt man wider mut zu betten, dem Herrn sei die ehre!!

Einen Kommentar schreiben

Mit einer Spende mithelfen...

Helfen zu können ist etwas Großartiges. Was die Unterstützung von Evangelisten und anderen hilfsbedürftigen Menschen in Äthiopien angeht, übersteigt der Bedarf unsere finanziellen Möglichkeiten. Deswegen sind wir auf Mithilfe angewiesen. Wir freuen uns über jede noch so kleine Spende.