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Armenhilfe

Gut, dass wir einander tragen!

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A Sarah Goletiani
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Wie geht es eigentlich Menschen in Äthiopien, die an Beeinträchtigungen leiden? Werden sie von der Gesellschaft toleriert, integriert oder ausgestoßen?

Ich bin sehr behütet in einem kleinen Dorf Deutschlands aufgewachsen und habe es lange Zeit nicht erlebt, wie Menschen wegen ihrer Behinderung ausgegrenzt wurden. Im Gegenteil, in unserer Nachbarschaft lebte lange Zeit eine beeinträchtigte Frau, die durch unsere Nachbarn getragen wurde. Als ich jedoch in den Medien weiter nachforschte, kamen erschreckende Fakten zum Vorschein. Beeinträchtigte Kinder wurden gehänselt, gequält und stark ausgegrenzt. Ein Mädchen berichtete sogar, dass man sie an den Beinen verletzte, um zu sehen, ob sie wirklich gelähmt sei. Ist das nicht schrecklich? Und so etwas in einer Gesellschaft, die sich selber tolerant nennt…

 

In Äthiopien ist das ähnlich, es wird nur anders ausgelebt. Es wird nicht so getan, als ob man toleriert oder integriert, sondern die Menschen werden aktiv aus der Gesellschaft ausgeschlossen. Anders ist es da in der Gemeinde Jesu. Gläubige nehmen sich Jesus als Vorbild und schütteln die Prägung ihrer Gesellschaft bewusst ab, um sich für die Integration von wertvollen Geschöpfen Gottes zu öffnen. Sie nehmen Menschen, die von der Gesellschaft verlacht werden, in ihre Mitte und beten für sie. Sie tragen sie durch Gaben und helfen ihnen durch den harten Alltag.

 

Ein guter Freund von meinem Vater wurde mir da ein großes Vorbild. Solomon hat zwei Kinder. Seine Frau starb 2004 und hinterließ ihm einen Sohn und eine stark beeinträchtigte Tochter. Gelle war damals 16 Jahre alt, als ihre Mutter starb. Sie ist an einem Bein gelähmt und auch geistig stark beeinträchtigt. Als ihre Mutter starb, brach für Gelle eine Welt zusammen. Sie konnte das einfach nicht verstehen. Gelle fand ihre einzige Bezugsperson in ihrem Vater Solomon. Er tröstet sie und kümmert sich liebevoll um ihre Bedürfnisse. Doch mit dem Tod der Mutter brach eine schwere Zeit für Solomon und seine Tochter an. Erst wurde Solomon gefeuert, weil sein Chef Gelle verachtete, und dann verließ auch sein älterer Sohn die Familie. Auch sein Verlassen hatte mit Gelles Beeinträchtigung zu tun. Nun ist Solomon mit seiner Tochter auf sich allein gestellt. Solomons Brüder schicken ihm immer wieder ein wenig Geld aus Amerika, doch auch sie verachten ihn, aufgrund seines gesellschaftlichen Standes. In meinem Vater fand Solomon die Hilfe, die er brauchte. Jedes Jahr stattet er Solomon und Gelle einen Besuch ab und kümmert sich um ihre Nöte. Gelle hat nun eine Krücke zum Gehen und wird durch das Projekt Armenhilfe getragen.

 

Es hat mich ganz besonders beeindruckt, als mein Vater erzählte, dass Solomon ungläubig ist und sich so rührend um seien Tochter kümmert. Manche Menschen, denke ich mir, haben Moral und Anstand und geben Menschen ihren zustehenden Wert, unabhängig von ihrem Glauben. Da musste ich an eine Begebenheit aus Mk. 2 denken. (kurz beschrieben)

 

In den Versen 1-12 wird die Tat Jesu immer wieder hervorgehoben und ich möchte sie auch nicht herunterspielen. Er war die letzte Instanz, die dem Gelähmten ein Leben frei von Beeinträchtigungen und einem, von Sünde gequältem, Herz rettete. Ich möchte aber einmal über die „etlichen“ schreiben, die den Gelähmten zu Jesus brachten. Sie sorgten sich so sehr um ihren Freund, dass sie ihn auf eine Matte legten und ihn zu Jesus brachten. Wer hatte damals schon einen Blick für beeinträchtigte Menschen? Genauso wie in Äthiopien, hatten sie keinen Wert in der Gesellschaft. Doch es gab Menschen, die ein Herz für gehandicapte Menschen hatten. Es gab Menschen, die sie liebten und denen es egal war, wie sie dafür von anderen Menschen angeschaut wurden. Und diese Menschen gibt es auch heute noch. Einer dieser Menschen ist Solomon, der sich liebevoll um seine Gelle kümmert.

Von der Evangeliums-Mission haben wir ein Projekt aufgebaut, das sich Armenhilfe nennt. Menschen mit Beeinträchtigungen oder die zu alt sind, um allein leben zu können, werden durch dieses Projekt getragen. Mit 20 Euro im Monat können sie Pate eines solcher Person wie Gelle werden. Sie ist ein so lebensfroher und glücklicher Mensch, doch auch für sie brauchen wir noch einen Paten. Lassen sie sich ansprechen und nehmen sie die Chance wahr, einem Menschen ein besseres Leben zu schenken. So wie die „etlichen“ aus Mk. 2 einem Menschen die Chance gaben, bei Jesus Sündenvergebung und Heilung zu finden, können wir auch heute noch etwas tun. Auch wenn Heilung nicht mehr so ist wie zu Lebzeiten Jesu, können wir jedoch erwarten, dass Jesus diese wundervollen Menschen zu sich zieht und ihnen Kraft für ihren schweren Alltag schenkt.

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