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Äthiopien

Hoffnung auf Frieden

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A Roman Retta
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Nach jahrzehntelangen Spannungen innerhalb des Landes und mit den Nachbarländern Eritrea und Somalia bemüht sich der neue Premierminister Abiy Ahmed um Frieden und Einheit

Ein kurzer Überblick über die letzten Jahrzehnte

Anfang der 90er Jahre wurde das kommunistische Regime durch ein Bündnis der Völker Äthiopiens gestürzt. Eritrea spaltete sich ab und gründete einen souveränen Staat. In Äthiopien schaffte es die Partei der Tigre die Macht an sich zu reißen. Im Jahr 2000 kam es dann zu einem blutigen Krieg mit Eritrea, bei dem knapp 100.000 Menschen ums Leben kamen. Nach und nach wurde Äthiopien zu einem autoritären Staat, der viele Bereiche der Wirtschaft und des alltäglichen Lebens kontrollierte. Sie teilten das Land unter den großen Völkern Äthiopiens auf, was die ethnischen und religiösen Spannungen nur anheizte. Unruhen und Widerstandsbewegungen wurden mit äußerster Härte unterdrückt. Es war auch für uns sehr gefährlich und öffentlich kritisch über die Regierung zu äußern.

Eine dramatische Wendung

2016 spitzte sich die Lage immer mehr zu. Die Regierung begann mit großflächigen Landendeignungen, was im ganzen Land zu Protesten führte. Diese wurden schon nach kurzer Zeit gewaltsam niedergeschlagen. In dieser Zeit wollte ich eigentlich mit meiner Familie für ein Jahr nach Äthiopien ausreisen um dort die Sprache zu lernen, was durch die Unruhen unmöglich wurde. Die gewaltsame Reaktion der Regierung brachte das Land an den Rand eines Bürgerkriegs. Als der Druck jedoch immer größer wurde, trat der äthiopische Ministerpräsident Hailemariam Desalegn im Februar diesen Jahres überraschend zurück.  

Nach einer kurzen Findungsphase wurde Dr. Abiy Ahmed am 2. April in sein Amt als Ministerpräsident eingeschworen. Abiy hatte sich schon lange für die Versöhnung und den friedlichen Dialog der Völker und Religionen eingesetzt. Auch jetzt verfolgt er eine Politik der Versöhnung innerhalb Äthiopiens und mit den Nachbarländern. Er entließ mehr als 7.600 politische Gefangene und begann Verhandlungen mit den Nachbarländern Somalia, Djibouti und Kenia. In den vergangenen Wochen gelang ihm das, worauf niemand mehr gehofft hatte. Er schloss einen Friedensvertrag mit Eritrea, mit dem seit dem letzten Krieg kein wirklicher Friede geschlossen wurde.

Vorsichtiger Optimismus

Ich bin persönlich kein Freund der Euphorie, besonders dann nicht, wenn es um Politik geht. Wir haben in der Geschichte genügen Beispiele, dass eine solche Friedensbewegung so schnell vergehen kann, wie sie gekommen ist. Das gilt besonders in Afrika. Abiy hat sich durch seine Politik nicht wenige Feinde in den eigenen Reihen gemacht und auch er selbst ist nicht frei von Fehlern. Allerdings beten die Geschwister schon seit vielen Jahren für Frieden und Freiheit in ihrem Land. Es mag sein, dass Gott diese Gebete durch Abiy Ahmed erhört hat. Lasst uns in dieses Gebet mit einstimmen und für Frieden und eine stabile Zukunft für Äthiopien bitten, vor allem damit die Gemeinde wieder ungehindert wachsen und das Evangelium verkündigen kann.

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