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Ikram – ein Mädchen von den Argoba

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A Jutta Retta
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Die Argoba sind ein ganz besonderer Volksstamm in Äthiopien. Sie mischen sich nicht mit anderen Stämmen und sind darauf bedacht, ihre Identität zu wahren – und ihre islamische Religion…

„Lobt den Herrn, alle Nationen!“ – Psalm 117,1

 

Die Argoba glauben, dass sie von arabischen Einwanderern aus dem Stamm des Propheten Mohamed abstammen. Dementsprechend betrachten sie sich selbst als etwas Besonderes. Sie heiraten innerhalb ihres Stammes und sind sehr bemüht, ihre Traditionen und Werte zu erhalten. Einige Argoba leben in Harar (Ostäthiopien), einer der heiligen Städte des Islam. Ihre Religion hat hohe Bedeutung für sie, für das Evangelium sind sie fast völlig verschlossen. Viele Argoba haben sich in Welo und Shewa angesiedelt, andere leben im Afar- oder Kereyu-Gebiet. Letztere gehören damit zu denen, die wir durch unsere Evangelisten erreichen können. Im Gebiet der Afar und Kereyu haben wir viele Gemeindegründungsarbeiten, doch die dort lebenden Argoba blieben bisher fern. Viele Evangelisten gaben das als Gebetsanliegen weiter; verständlich – man bedenke, dass sie die Argoba täglich vor Augen haben, aber sie können mit ihnen nicht über das Evangelium reden.

 

Die Familie von Ikiram

 

Ikirams Familie lebt im Afar-Gebiet. Auch sie sind traditionelle Argoba, gehörten also dem Islam an. Für die Argoba ist der Islam Teil ihrer Identität, daher hassen sie jeden, der an ihrer Religion zu rütteln versucht. Direkte Missionsarbeit ist also kaum das Mittel der Wahl. Doch der Herr hat auch für diese Menschen einen Weg…

 

Ikirams Vater starb vor gut zwei Jahren. Damit geriet die Mutter Almaz in große Not. Drei Kinder musste sie jetzt allein großziehen! Almaz arbeitete als Tagelöhnerin, doch das Geld reichte nicht aus. In ihrer Not wandte sie sich an eine unserer Gemeinden und bat um Hilfe. Das allein war schon sehr ungewöhnlich, denn so etwas tun Argoba nicht. Eher noch lehnen sie Hilfe von außen ab. Doch Almaz wusste keinen anderen Rat. Die Gemeinde wandte sich an uns und bat uns um Unterstützung für diese Familie. Wir nahmen Ikiram in das Patenkinder-Projekt auf. Im ersten Bericht fiel mir schon der Satz auf: „Wir hoffen, dass wir durch diese Familie das Evangelium in den Stamm der Argoba bringen können.“ Ein mutiger Gedanke – was wurde nun daraus?

 

Almaz wurde gläubig

 

Almaz kam zu Anfang nur in die Gemeinde, um ihre monatliche Unterstützung abzuholen. Doch wie in Äthiopien üblich, begrüßt man sich nicht nur, sondern man unterhält sich auch. Unser Evangelist ließ immer wieder ein paar ermutigende Worte fallen, die Almaz auf Jesus aufmerksam machen sollten. Dann betete er mit ihr, und Almaz ließ es zu. Es dauerte gut ein Jahr, dann entschied sich Almaz für ein Leben mit Jesus. Heute ist sie im Taufunterricht, und auch ihre älteste Tochter hat sich bekehrt. Die ganze Familie kommt jetzt in die Gemeinde. Sie sind die ersten gläubigen Argoba in unserem Projekt. Dies hat die ganze Gemeinde bewegt.

 

Das Patenkinder-Projekt – eine Brücke zu verschlossenen Stämmen

 

Wieder einmal hat unser Patenkinder-Projekt geholfen Hindernisse zu überwinden. Wir haben das schon bei dem Stamm der Kereyu erlebt, die auch in dieser Gegend wohnen. Seitdem wir mit Patenkindern unter ihnen arbeiten, haben sich 12 Kereyus bekehrt. Nun sind die ersten Argoba gläubig geworden. Betet, dass diese Arbeit unter den Kindern weiter Frucht trägt! Und lasst es euch vom Herrn aufs Herz legen, einem dieser Kinder zu helfen…

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