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Lidya – hartnäckig, bis ans Ziel!

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A Sarah Goletiani
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Für unsere Patenkinder ist es schwer sich im äthiopischen Bildungssystem durchzusetzen und am Ende mit einem festen Arbeitsplatz aus dem Projekt entlassen zu werden. Lidya hat genau das geschafft…

Als Lidya vor 14 Jahren in unser Projekt kam, war sie ein hilfloses Mädchen aus sehr armen Verhältnissen. Sie trug eine durchlöcherte Hose, und ihre Füße wurden weder durch Schuhe noch durch Socken geschützt. Doch schon damals merkten wir, dass sie großes Potential hatte. Lidya war offen, fröhlich und sehr selbstbewusst. Doch sie wusste auch schon mit sechs Jahren genau, wo es einmal für sie hingehen sollte. „Wenn ich groß bin, möchte ich richtig arbeiten und meine Mama soll sich ausruhen!“ das versicherte uns die kleine Lidya.

 

Mit den Jahren merkte Lidya, dass dies mit ganz schön vielen Herausforderungen zusammenhing. Sie strengte sich an, um fleißig zu lernen, doch von Jahr zu Jahr wurde der Schulstoff schwerer. Lidya musste in einem Jahr sogar die Klasse wiederholen, doch das ist in Äthiopien keine Seltenheit. Es war für uns trotzdem enorm zu sehen, wie hartnäckig Lidya ihr Ziel verfolgte. Sie träumte davon, ihre Mutter versorgen zu können und lernte trotz der Niederlagen fleißig weiter. Schon in der achten Klasse musste Lidya hinnehmen, dass sie wegen des nicht bestandenen Examens, kein Abitur machen könnte. Doch auch dieser Umstand ließ Lidya nicht unterkriegen. Sie lernte weiter!

 

Nach der zehnten Klasse ging Lidya in eine Lehre zur Buchhalterin. Der Umgang mit Computern fiel ihr schwer, doch auch in ihrer Ausbildung arbeitete Lidya hart und lernte, bis sie alles beherrschte, was sie für den Beruf brauchte. Jeden Abend ging Lidya auf die Knie und betete, dass der Herr ihr einen Arbeitsplatz schenken möge, denn sie sah viele Mitstudenten aus der Ausbildung gehen, die trotzdem im Tagelohn landeten.

 

An einem Tag kam Lidyas Arbeitgeber auf das junge Mädchen zu. Er schaute sie ernst an und stellte ihr eine wichtige Frage: „Meinen Sie, dass Sie eine gute Buchhalterin sind?“ Lidya, mit ihrer selbstbewussten Art, antwortete mit einem klaren: „Ja!“ Ihr Arbeitgeber nickte zufrieden. „Willkommen im Team! Wir möchten Sie im nächsten Jahr als Mitarbeiterin übernehmen.“ Lidya konnte den restlichen Tag nicht mehr aufhören zu strahlen. „Danke Herr!“ flüsterte sie leise.

 

Nicht all unseren Patenkindern ist es vergönnt, nach der Ausbildung oder sogar nach dem Studium einen Arbeitsplatz zu finden. Die Arbeitsplätze in Äthiopien sind rar und manche Stellen sind mehr als überrannt, so z. B. auch die Stellen als Buchalter/ innen. Durch hartes Arbeiten, viel Lernen und nicht zuletzt dem stetigen Verharren im Gebet, hat Lidya dieses Ziel trotzdem erreicht. Möge Gott auch ihren weiteren Lebensweg segnen!

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