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Patenkinder

Neues von den Zwillingen

D
A Sarah Goletiani
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Vor einem Jahr haben wir Yonatan und Yoftahe kennen gelernt. Wie geht es den Jungs heute? Und wie sieht eigentlich ihr Alltag so aus?

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Yonatan steht morgens auf und wäscht sich das Gesicht mit kaltem Wasser, dann schüttelt er Yoftahe aus der Matratze. „Du bist ja echt eine Schlafmütze!“ seufzt er und lässt seinen schnarchenden Bruder liegen. Yonatan geht vor die Hütte und streckt sich einmal. Momina steht schon vor dem Feuer und erhitzt die Bohnensoße (auf Amharisch „Shuro“) über dem Feuer. Yonatan setzt sich vor das Feuer und wärmt sich auf. Auch Yoftahe hat es geschafft sich aus dem Bett zu kämpfen. Sie essen gemeinsam und machen sich dann auf den Weg zum Kindergarten.

 

Yonatan rutscht ungeduldig auf seinem Stuhl hin und her. „Ich will endlich in die Pause!“ seufzt er. „So, und jetzt holt ihr alle eure Stifte heraus und schriebt das Alphabet von der Tafel ab.“ ruft der Lehrer laut. Yonatan sucht in seinem Rucksack nach Stift und Zettel. Da sieht er, wie Yoftahes Kopf langsam auf den Tisch sinkt und er wieder leise anfängt zu schnarchen. Yonatan muss lachen. Yoftahe wird vom Lehrer aus dem Lernzimmer getragen und auf eine der Matratzen gelegt.

 

„Wenn du erst einmal eingeschult bist geht das aber nicht mehr!“ lacht Yonatan. Yoftahe reibt sich noch ganz verschlafen die Augen. „Na und?“ murmelt er. „Ich bin schneller als ihr!“ ruft eine Mädchenstimme und jemand saust an den Zwillingen vorbei. „Wow, die kann rennen!“ staunt Yoftahe, doch Yonatan hat die Verfolgung schon längst aufgenommen. „Ich lass mich doch nicht von einem Mädchen besiegen!“ denkt er bei sich. Yonatan springt über einen kleinen Bach, saust an einer Herde Ziegen vorbei und holt Zara dann endlich kurz vor dem Gemeindehaus ein. Völlig außer Atem stürzen sie durch die Tür. „Erster!“ schreit Yonatan. Zara rollt nur mit den Augen und lässt sich auf einer der Bänke fallen. „So Kinder, bevor wir mit dem Lernen anfangen, möchten wir noch etwas aus der Bibel hören“ sagt die Nachhilfelehrerin mit einem freundlichen Lächeln. Yoftahe lässt sich neben dem noch immer keuchendem Yonatan nieder. „Man, bin ich müde!“ seufzt er und legt seinen Kopf auf das Rechenheft. „Hör zu…“ flüstert Yonatan, „…es geht wieder um Jesus!“

 In dem Moment als die Frau ihre Bibel aufschlägt wird es totenstill im Raum. Die Kinder hören aufmerksam der biblischen Geschichte zu. Yonatan sitzt ganz ruhig auf seinem Stuhl und Yoftahe hat die Augen weit aufgerissen, als sie davon hörten, dass dieser Jesus wirklich über das Wasser laufen konnte.

 

Auf dem Heimweg erzählen die Zwillinge alles ihrer Großmutter. Momina hört interessiert zu. „Dürfen wir Mal in die Kinderstunde gehen, Großmutter?“ fragt Yonatan aufgeregt. Momina legt ihre Hände auf die Köpfe der Zwillinge und erklärt ruhig. „Diese Christen sind ganz anders als wir, wisst ihr? Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist.“

 

Abends liegt Momina neben ihren Enkeln auf der Matratze. Ihr Rücken schmerzt ein wenig von dem vielen Sitzen am Gemüsestand. Durch die Hilfe der Mission konnte sie sich nämlich einen kleinen Gemüsestand aufbauen und lernt nun, richtig zu verhandeln. Momina schüttelt den Kopf. „Niemals hätte ich gedacht, dass es gerade Christen sind, die uns in so einer schweren Zeit beistehen und mir und meinen Jungs eine neue Chance schenken.“ denkt sie bei sich.

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