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Patenkinder

Sein Reichtum sind die armen Kinder

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A Sarah Goletiani
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Da wir in unserem Patenkinderprojekt viele, arme Kinder von der Straße aufnehmen und 70 % von ihnen sich innerhalb der Jahre zum Herrn bekehren, habe ich diese Überschrift gewählt. Dieses Mal berichten wir von Hanna. Ihre Mutter Adanech erzählt ihre Geschichte, wie ihre Tochter das Patenkinderprogramm aufgenommen wurde

Ich bin eine leprakranke Frau. Mit einer besonderen Behandlung eines Arztes aus Deutschland wurde ich geheilt, das heißt, diese Krankheit wurde ein für alle Mal gestoppt. Ich war verheiratet, habe zwei Kinder. Doch da die Eltern meines Mannes mich nicht akzeptierten, verließ mich mein Mann. So stand ich mit zwei Kindern ganz allein und hatte keine Möglichkeit, sie zu ernähren. Ich habe mich entschieden, nach Addis Abeba zu fahren und ein Leben mit Betteln anzufangen. Wie ich in Addis Abeba ankam, merkte ich, dass ich im vierten Monat schwanger war. Dies geschah, bevor mein Mann mich verlassen hatte. Das Leben auf der Straße in Addis Abeba war nicht einfach. Menschen, die mein Elend sahen und Mitleid mit meinen Kindern hatten, schlugen vor, diese zur Adoption freizugeben. Ich tat es. Jetzt weiß ich, dass sie glücklich in einer Familie in Amerika leben. Das ist nun schon dreißig Jahre her.

 

Auf der Straße kam dann mein drittes Kind, Hanna, zur Welt. Eines Tages, als ich auf der Straße bettelte, kam ein Mann und gab mir 10 Birr (damals sehr viel Geld) und sagte, ich solle Milch für mein Kind kaufen. Ich tat es. An manchen Tagen ging ich von Haus zu Haus und bettelte um die Essensreste der Familien. So war ich an einem Tag unterwegs und klopfte an eine Tür. Ein Hausmädchen öffnete mir die Tür und brachte mir etwas zu Essen. Ich saß also vor dem Tor und fing an zu essen. Genau in diesem Moment, kam der Mann, der mir das Geld für die Milch gab, mit zwei weißen Menschen und ging in dieses Haus hinein. Er hatte mich nicht erkannt, doch ich erkannte ihn sofort. Da ich seine Gäste fürchtete, wagte ich es nicht ihn anzusprechen. Das Hausmädchen kam und brachte mir Wasser. Ich nutzte die Chance und fragte: „Wer ist dieser Mann?“ Sie antwortete: „Das ist der Missionar Shimeles. Er hat eine Hilfsorganisation, die Straßenkindern hilft. Du kannst ihn auch fragen, ob er deinem Kind helfen kann.“ Von diesem Tag an saß ich immer wieder in gewissen Zeitabständen vor dem Tor, traf ihn jedoch nicht.  An einem Tag, kam er unerwartet vor das Tor. Er sah mein Hanna. Sie hustete und spuckte schwarzen Speichel. Er fragte mich, ob sie krank sei. Ich erwiderte, dass Hanna den Rauch der Gaslampe eingeatmet hatte. Er gab mir ein wenig Geld und bat mich, am nächsten Tag in sein Büro zu kommen. Als ich am nächsten Tag kam, führte ich viele Gespräche mit seinen Mitarbeitern. Ich wurde in das Programm seiner Organisation aufgenommen. Ich durfte ein Haus mieten und sie gaben mir alles Notwendige, um mir einen kleinen Haushalt aufzubauen.

 

Ich fing an, ein geregeltes Leben zu führen. Die Organisation gab mir monatliches Geld, um Hanna in den Kindergarten zu schicken und sie versorgen zu können. Außerdem halfen sie mir, einen kleinen Handel vor meinem Haus aufzubauen und somit selber ein wenig Geld dazuverdienen zu können. Allein dass ich vom Betteln wegkam und arbeiten durfte, gab mir meine Würde zurück. Ich bin sehr dankbar dafür. Um die Geschichte zu kürzen, Hanna ging zur Schule und war ein sehr fleißiges Mädchen. Sie kam auch mit den Mitarbeitern der Organisation sehr gut zurecht. Nach ihrem Abitur, konnte sie eine Universität besuchen. Mit ihren guten Schulleistungen durfte sie Betriebswirtschaft studieren. Schon in der Anfangsphase haben wir uns zu Jesus bekehrt. Wir besuchten die Gemeinde in unserer Nähe und Hanna war sehr aktiv in der Kinderstunde und diente im Chor. Heute ist sie mit ihrem Studium fertig und arbeitet in einem Gasthaus einer großen lutherischen Kirche. Ich bin heute eine stolze und dankbare Mutter. Meine Tochter sorgt für sich selbst, für mich und sogar für andere. Ich bin sehr dankbar für die Begegnung mit diesem Missionar. Gott hat immer einen Weg, um aus den armen Kindern einen großen Reichtum zu machen.

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