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Terre - ein Bergdorf hört das Evangelium

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A Jutta Retta
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Im Amhara Gebiet, nördlich von Addis Abeba, liegt in den Bergen ein kleines, verschlafenes Bauerndorf, es heißt Terre. Wenn man nach Terre kommt, fühlt man sich, als wäre die Uhr zurückgedreht – alles ist wie vor hundert Jahren, auch die Religion…

„Da nannte sie den Namen des HERRN, der zu ihr redete: Du bist der Gott des Schauens! Denn sie sprach: Habe ich nicht auch hier geschaut, nachdem er mich geschaut hat?.“ – 1Mo. 16,13

 

In Terre leben die Menschen wie in alten Zeiten als Kleinbauern. Der Boden ist recht fruchtbar, und wenn es regnet, kommen sie gut über die Runden. Das Dorf ist klein, jeder kennt jeden, wie das so ist auf dem Land. Und jeder gehört hier der orthodoxen Kirche an. Der Priester hat große Macht im Dorf, alles beugt sich seinem Willen. Undenkbar, dass sich daran mal etwas ändern sollte…

 

Der erste Christ

 

Wenn man in Terre lebt, ist man von dem Rest der Welt ziemlich abgeschnitten. Das Evangelium kannten die Menschen nur verzerrt durch die orthodoxe Kirche, Gläubige gab es nicht. Doch ein Mann verließ das Dorf und lernte woanders Jesus kennen, Tefera. Tefera bekehrte sich nicht nur, sondern wurde Evangelist. Zwar setzte man ihn in einer anderen Stadt ein, doch sein Herz hing immer noch an seinem Heimatdorf. Immer wieder ging er dorthin, besuchte die Seinen und bemühte sich, ihnen das Evangelium weiterzugeben. Die Reaktion war nicht nur Ablehnung, einige enge Freunde und Verwandte hassten ihn daraufhin – Tefera wurde als Verräter abgestempelt.

 

Der Weg zu den Herzen der Menschen

 

Traurig musste Tefera erkennen, dass er nichts ausrichten konnte. Doch da kam ihm eine Idee: Es gab viele arme Familien im Dorf mit hungrigen Kindern. Wenn man ihnen helfen würde, könnte man ihnen die Liebe Jesu auch ganz praktisch zeigen. Er bat uns um Hilfe, und wir eröffneten eine kleine Kindergruppe mit heute zehn Kindern.

 

Endlich geistliche Bewegung!

 

Die Kinder kamen in eine eigens für sie eingerichtete Kinderstunde, die Tefera bei seinen Besuchen hielt. Nach und nach öffneten sich einige von ihnen, aber auch ihre Mütter, es kam zu den ersten Bekehrungen. Inzwischen sind zehn gläubige Christen in Terre, nicht viel, aber genug, um mit einer Gemeindegründung anzufangen. Der Evangelist, der diesen Dienst übernimmt, ist ein besonderer Mann; er ist der Bruder von Tefera und gehörte früher zu den Verfolgern der Gläubigen. Er heißt Getamesay. Getamesay hasste die Christen als Verräter an ihrer orthodoxen Religion und an ihrer Tradition. Doch irgendwie ließ es ihn auch nicht los – und eines Tages ging er einfach in den Gottesdienst. Nur wenige Menschen saßen dort beieinander und hörten auf die Predigt. Erschrocken sahen sie Getamesay an, was hatte er im Sinn? Genau in diesem Moment rief der Tefera von der provisorischen Kanzel zur Buße auf, und Getamesay brach innerlich und äußerlich zusammen und kam zu Jesus. Die Menschen hatten den Verfolger gesehen, doch der Herr sah sein Herz und sein heimliches Sehnen – ja, der Herr sieht! Und er sieht auch die Menschen in Terre und geht ihnen nach.

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Für Getamesay wünschen wir uns einen betenden Paten, denn sein Dienst in Terre ist wirklich nicht einfach. Lasst euch ansprechen!

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