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Äthiopien

Wahlfahrt nach Kulibi

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A Georgij Goletiani
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Die Zeremonien sind farbenfroh - der Glaube dahinter biblisch?

Der 19. Dezember und der 19. Juli, diese Tage werden zur Ehre des Erzengels Gabriel gefeiert. Der orthodoxe Glaube findet seinen Höhepunkt in der Wallfahrt nach Kulubi, dies liegt 68 km südlich von Dire Dawa. Kulubi ist der größte Wallfahrtsort Äthiopiens. Etwa 100.000 Menschen pilgern jedes Jahr zur Kirche hinauf, um ihre Gelübde zu erfüllen und der Kirche Geschenke zu bringen. Warum aber wird zur Ehre Gabriels ein Fest gefeiert?

 

Gabriel gehört nach orthodoxer Tradition zu den vier wichtigsten Engeln (Michael, Gabriel, Rafael und Reguel). Die orthodoxen Äthiopier glauben, dass diese Wahlfahrt schon im frühen Christentum, im 4 Jahrhundert nach Christi, stattgefunden hat. Die Menschen gehen mit einer enormen Entschlossenheit nach Kulibi, weil sie meinen, dass Gabriel ihre Anliegen vor Gott bringen wird, wenn sie ihn anbeten. Falls das Herz des Gläubigen rein ist, wird auch das Gebet erhört.

 

Die Anliegen reichen von Finanzen bis hin zu Schwangerschaften. Man kann alles bitten, solange man die Voraussetzung eines starken Glaubens und eines reinen Herzens mitbringt. Berichten zur Folge wurden sogar unfruchtbare Frauen nach der Wallfahrt geheilt und haben Kinder bekommen. Babys, die auf Fürbitten Gabriels geboren wurden, werden zur Taufe gebracht. Bis zu 1.000 Kinder werden getauft, von denen die meisten den Namen Gabriel erhalten. „Wer glaubt, der empfängt!“, predigen die Priester.

 

Nicht nur orthodoxe Äthiopier, sondern aus allen Ländern kommen orthodoxe Christen nach Äthiopien, um nach Kulibi zu pilgern. Das Fest gleicht einem Karneval. Es wird getrunken, gefeiert, gegessen und gesungen. Man will den Leuten das Heilige schmackhaft machen; schließlich kaufen die Gläubigen massenhaft Ikonen und Reliquien.

 

Der Glaube an dieses Fest ist an Jahrhunderter langer Tradition gebunden. Die Orthodoxen haben fromme Erklärungen dafür, warum man nicht einfach zu Gott betet, sondern zu Gabriel. Gott sei zu heilig, man kann nicht einfach zu ihm beten. In Demut widmet man sich seinen heiligen Dienern. Diese bringen die Anliegen vor Gottes Thron. Das hört sich sehr demütig und geistlich an. Ist das aber biblisch?

 

Paulus warnt uns in Kol. 2,18a: Lasst nicht zu, dass euch irgendjemand um den Kampfpreis bringt, indem er sich in Demut und Verehrung von Engeln gefällt und sich in Sachen einlässt, die er nicht gesehen hat“

 

Die Bibel ist ganz klar. Es gibt keine frommen Ausflüchte vor der Wahrheit. Tausende laufen einem Glauben nach, der sich nicht mit der Bibel übereinkommen lässt. Wir sollten als Christen aufpassen, dass wir nicht dieselben Fehler begehen, indem wir etwas für biblisch halten nur weil es sich biblisch anhört. Nicht alles was glänzt ist Gold, davor warnt uns die Bibel und fordert uns auf, alles zu prüfen, 1 Thes. 5,21.

 

Was meint ihr dazu? Können wir als bibeltreue Christen die Verehrung von Engeln durchgehen lassen oder sollten wir eine klares „Nein“ dazu sagen?

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