Patenkinder

Kinder, die Paten brauchen...

Eine Chance für ein armes Kind in Äthiopien

In Äthiopien lebt ein Großteil der Kinder in sehr armen Verhältnissen. Nicht selten sieht man vormittags verarmte Kinder auf der Straße sitzen und betteln. Sie haben keine andere Möglichkeit, denn niemand gibt ihnen die Chance in geregelten Umständen zu leben.

Keines dieser Kinder hat am Tag genug zu essen, sie können nur selten die Schule besuchen und sind auch oft seelisch vollkommen verkümmert. Da ist so viel Leid, das in ihren Herzen wohnt. So viele Schmerzen, Traurigkeit und Verzweiflung. Wie sollen sie jemals ein besseres Leben führen können, wenn niemand ihnen eine Chance dafür gibt? Als Mission möchten wir das ändern. Soweit es uns möglich ist, möchten wir Kindern die Chance geben, ihr Leben einmal selber in die Hand nehmen zu können. Ganz besonders wichtig ist uns dabei der geistliche Aspekt Kinder brauchen Förderung in Leib, Seele und Geist.

 

 

Ganzheitliche Förderung (Leib, Seele und Geist)

Es ist für uns als Missionswerk natürlich wichtig, den Kindern das Evangelium zu bringen. Doch wie sollen wir den Kindern erzählen, dass sie Jesus brauchen, wenn sie unterernährt, vernachlässigt und seelisch verkümmert sind? Wir möchten unseren Kindern ganzheitlich helfen. Dazu gehört für uns:

1. Eine leibliche und medizinische Versorgung

2. Eine Schul- und Berufsausbildung

3. Familienförderung

4. Geistliche Förderung

 

Leibliche und medizinische Versorgung

Viele unserer Kinder kommen stark unterernährt in unser Projekt. Da ist es natürlich unsere erste Aufgabe, sicher zu stellen, dass die Kinder genug zu essen bekommen. Meist müssen die Kinder auch neu eingekleidet werden, und wir besorgen eine vernünftige Unterkunft für sie und ihre Mütter. Häufig kommen dann bei den Kindern noch Erkrankungen dazu, die entweder physisch oder psychisch sind. Die Folgen des jahrelangen Hungers und der Verwahrlosung zeigen sich oft in dem gesundheitlichen Zustand der Kinder. In Äthiopien können sich nur die Reichen eine Krankenversorgung leisten. Unsere Kinder werden deshalb durch eine interne „Krankenversicherung“ unserer Mission getragen. Ein Teil der monatlichen Unterstützung ist hierfür reserviert; so können wir einzelnen Kindern wichtige Medikamente oder sogar lebensrettende Operationen bezahlen.

 

Bildung

Unsere Kinder sollen auf eigenen Beinen stehen können, wenn sie aus dem Projekt entlassen werden. Das ist uns wichtig. Dazu gehört eine gute Schul- und Berufsausbildung. Viele unserer Kinder lernen ganz praktische Berufe, wie Automechatronik, Maschinenbau usw. Andere schaffen es aber auch, in gehobeneren Berufen einen Arbeitsplatz zu bekommen. So haben wir Ingenieure, Bürokräfte, Lehrer und sogar Ärzte aus unserem Projekt entlassen können. Zu der schulischen Ausbildung gehören Nachhilfeprogramme für die schwächeren Kinder, ermahnende oder ermutigende Worte zum Lernen durch unsere Betreuerinnen und das zur Verfügung stellen des monatlichen Schulgelds und einer Schuluniform, die in Äthiopien Pflicht ist. Dies übersteigt bei allen unseren Familien nämlich die finanziellen Möglichkeiten.

 

 

Familienförderung

Was bringt es den Kindern, wenn sie täglich zu essen haben, aber sehen, wie die eigenen Mütter im Tagelohn bis zur Erschöpfung arbeiten und trotzdem nicht einmal die Miete zahlen können und weiterhin auf der Straße leben müssen? Wir möchten den Eltern die Möglichkeit geben, eine Einkommensquelle für die Familie aufzubauen. Manche Mütter backen Brot, andere nähen Kleidung oder bauen sich einen kleinen Gemüsestand auf. Das Projekt Micro-Business gibt den Müttern das Startkapital und stellt die notwendigen Schulungen, damit die Mütter lernen, das Geld richtig einzusetzen. Diese Schulungen werden vom äthiopischen Staat ermöglicht. Sie stellen uns Lehrkräfte zur Verfügung, die den Müttern das nötige Wissen vermitteln, um einen kleinen Stand aufbauen, Brot backen oder Handarbeiten verkaufen zu können. Sie beraten unsere Mütter außerdem, indem sie mit ihnen zwei Fragen auf den Grund gehen.

 

„Was kann ich besonders gut?“ Jede Frau hat unterschiedliche Begabungen. Die eine backt gern und gut, die andere weiß aus einem kleinen Stand mit ein paar Tomaten und Kartoffeln einen großen Gemüsestand aufzubauen, wieder andere sind begabt darin schöne Stoffe zu verarbeiten. Diese Begabung möchten wir in unseren Schulungen herausfinden.

 

„Was wird in meinem Ort gebraucht und gekauft?“ In jedem Ort brauchen die Menschen unterschiedliche Rohstoffe. Gemeinsam mit den Müttern haben wir zum Beispiel herausgefunden, dass sich am Bahnhof besonders gut Kaffee verkaufen lässt, weiter auf dem Land wiederum ist es sehr heiß und die Menschen freuen sich über ein kühles Glas Wasser. Es liegt an den Müttern herauszufinden, was in ihrer Region besonders gebraucht und gekauft wird. Somit können sich die Mütter ein kleines Standbein aufbauen, mit dem sie etwas zu ihrer Familienkasse beitragen können.

 

 

Geistliche Förderung

Häufig kommen die Kinder mit großen seelischen Narben in unser Projekt. Sie mussten unter Hunger, Vernachlässigung und nicht selten auch körperlicher Gewalt leiden. Diesen häufig stark traumatisierten Kindern möchten wir durch unsere Betreuer- und Betreuerinnen helfen. Sie schauen regelmäßig, wie es ihnen geht, was sie brauchen und wie ihre körperliche und seelische Verfassung ist. Außerdem laden sie die Kinder zu unseren wöchentlich stattfindenden Kinderstunden ein, denn der einzige der ihre seelischen Wunden wirklich heilen kann, ist nun einmal Jesus Christus. Unsere Betreuerinnen versuchen, bei den Besuchen mit den Kindern und den Müttern ins Gespräch über den Glauben zu kommen, und auch in der wöchentlichen Nachhilfe gibt es jedes Mal eine kleine Andacht, die den Kindern die Möglichkeit öffnet, mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen. So gelingt es uns, manche Kinder für Jesus zu gewinnen und dadurch manchmal sogar die Eltern zu erreichen. Durch die Kinderstunden haben schon so manche Kinder in unserem Projekt zu Jesus gefunden und auch ihre Eltern sind nicht selten daraufhin auch zur Gemeinde gekommen und haben sich für ein Leben mit Jesus entschieden.

 

 

Unsere Arbeitsweise

Mit unserem Projekt arbeiten wir in vier Städten Äthiopiens. Addis Abeba, Dire Dawa, Asebe Teferi und Alage. In jeder unseren Städten haben wir mehrere Gruppen, zu denen jeweils rund 40 Kinder gehören. Um die Arbeit verantwortlich durchführen zu können, haben wir in jeder Stadt einen Leiter eingesetzt, der die Arbeit koordiniert, die Finanzen überwacht und auch die Nachhilfe gestaltet. Meist sind es ehemalige Lehrer, weil diese gute Voraussetzungen für das Nachhilfeprogramm mitbringen. Dazu kommen noch kleinere Kindergruppen weiter auf dem Land, wie zum Beispiel Ketar Genet oder Kemona.

 

Ein Beispiel: Beza Tadesse

Beza kam als achtjähriges Mädchen in unser Projekt. Sie wuchs mit ihrer Mutter Tigest und einer kleinen Schwester in Dire Dawa auf. Bezas Vater war im Krieg gefallen und ihre Mutter blieb allein mit zwei Kindern zurück. Hinzu kam, dass Tigest schwer an Tuberkulose erkrankte und nicht mehr arbeiten konnte. Als Beza in unser Projekt kam, war sie sehr dünn, hatte unterschiedliche körperliche Beschwerden und musste erst einmal eingeschult werden. Mit ihren acht Jahren kam Beza in die erste Klasse. Sie zog ganz stolz ihre Schuluniform an und freute sich, denn sie wusste, dass sie ab jetzt jeden Tag zur Schule gehen dürfte. Beza wurde regelmäßig zu einem Arzt gebracht, fühlte sich mit den Jahren immer besser und merkte, wie sich auch bei ihr zu Hause so einiges änderte.

 

Die Mutter Tigest wurde durch die Medikation wieder so weit gesund, dass sie sich einen Job auf dem Markt suchen konnte. Sie baute sich einen Kohlehandel auf, mit dem sie die Familienkasse aufbessern konnte.

 

Beza hatte anfangs Schwierigkeiten, in der Schule mitzukommen, denn sie hatte nicht, wie die anderen Kinder, zuerst die Vorschule besucht. Doch sie gab sich sehr viel Mühe und schaffte es, einen Platz auf dem College für eine Ausbildung zur Erzieherin zu bekommen. Beza war fleißig. Die Arbeit mit den Kindern machte ihr eine solche Freude, dass sie als Jahrgangsbeste ihre Ausbildung abschloss und sofort einen Arbeitsplatz in einer guten Vorschule bekam.

 

 

Wir haben Beza im Mai 2017 aus unserem Projekt entlassen und sind glücklich und stolz, wenn wir sehen wie positiv sie sich entwickelt hat. Ganz besonders hat uns gefreut, dass Beza und ihre Mutter ihren Weg mit Jesus gehen. Beza hat sich taufen lassen und ist eine konsequente Christin geworden.

 

Wir freuen uns, wenn unsere Kinder so positiv aus dem Projekt entlassen werden können. Um ihnen diese Chance zu bieten, ihr Leben in solche Bahnen zu lenken, brauchen die Kinder jedoch einen Unterstützer. Es wäre schön, wenn Sie einem Kind mit 30 Euro im Monat diese Chance bieten würden.

Aktuelles zu diesem Tätigkeitsfeld

Mit einer Spende mithelfen...

Helfen zu können ist etwas Großartiges. Was die Unterstützung von Evangelisten und anderen hilfsbedürftigen Menschen in Äthiopien angeht, übersteigt der Bedarf unsere finanziellen Möglichkeiten. Deswegen sind wir auf Mithilfe angewiesen. Wir freuen uns über jede noch so kleine Spende.