Allein erziehend in Äthiopien

Viele unserer Kinder in unserem Projekt haben nur ein Elternteil. Vater oder Mutter sind verstorben oder haben die Familie verlassen. Nicht selten sind es die Mütter, die ihre Kinder ohne die Hilfe eines Mannes an ihrer Seite großziehen müssen. Wie gehen sie damit um?

Wir haben in unserem Projekt viele Kinder, die nur mit einem Elternteil aufwachsen. In der Regel sind es die Mütter, die sich dann allein durch ein Leben mit Kind und harter Arbeit schlagen müssen. Ich möchte euch von Semira und ihrer Mutter Messeret erzählen.

 

Wir haben Semira gerade diesen Monat in unser Projekt aufgenommen. Sie ist neun Jahre alt und lebt mit ihrer Mutter in Limmu Genet, einer Stadt im Südwesten Äthiopiens. Wenn Semira an ihre Vergangenheit denkt, sind nicht alle ihre Erinnerungen rosig, doch sie musste damals nicht hungern… Damals, als ihr Vater noch lebte. Sie erinnert sich daran, wie sie mit ihrem Bruder spielte, wie ihre Mutter ihr ein leckeres Abendessen kochte und der Vater müde, aber zufrieden von der Arbeit kam. An einem Tag änderte sich alles schlagartig. Semiras Vater wurde schwer krank und verstarb plötzlich.

 

Semira war noch so jung, dass sie gar nicht verstand, was passiert war. Doch sie merkte, dass ihr Vater von einem Moment auf den anderen nicht mehr da war. Von da an veränderte sich Semiras ganzes Leben. Ihre Mutter hatte keine Zeit, den Tag über bei ihnen zu sein, denn jetzt musste sie arbeiten. Messeret arbeitete den ganzen Tag hart im Tagelohn, und nachdem sie die Kinder versorgt hatte, ging sie noch in ein Cafe, um dort zu kellnern. Doch nach einigen Monaten war das Geld so knapp, dass Messeret ihre Kinder nicht mehr ernähren konnte. Es brach ihr beinahe das Herz, als sie ihren älteren Sohn zu Verwandten in eine andere Stadt schicken musste und mit ihrer Semira allein zurückblieb. Semira berichtete uns, dass ihre Mutter manchmal mehrere Nächte nur weinte. Auch Semira litt unter der Situation. Sie vermisste die unbeschwerte Zeit mit Vater und Bruder. An einem Tag kam eine Frau auf Messeret zu. Sie erzählte ihr, dass sie Christin sei und von Messerets Situation gehört hatte. Sie gab Messeret eine Summe Geld und versprach, ihr zu helfen und für das Schulgeld von Semira aufzukommen. So konnte Messeret ihre Tochter zur Schule schicken. Semira war überglücklich, als sie nach ihrem ersten Schultag von all den spannenden Dingen berichten konnte, die sie gelernt hatte. „Wenn ich groß bin, werde ich Ärztin!“ hatte sie laut verkündigt. Messeret lächelte, denn sie wünschte sich sehr, dass sich Semiras Traum einmal erfüllen würde.

 

Nach vielen Gesprächen mit der hilfsbereiten Frau entschied sich Messeret für ein Leben mit Jesus Christus. Sie besuchte regelmäßig eine Gemeinde und kam dort auch in Kontakt mit unserer Mission. Wir nahmen Semira sehr gern in unser Projekt auf. Sie ist ein herzensgutes Mädchen mit großen Träumen. Wir möchten ihr die Chance geben, diese Träume einmal erreichen zu können.

Messeret ist überglücklich, denn ohne die Unterstützung der lieben Christin hätte sie Semira niemals zur Schule schicken können. Und nun wird die kleine Semira durch das Projekt getragen. Es wäre schön, wenn wir für Semira einen Paten finden würden, der die Aufgabe der lieben Christin aus Messerets Leben übernimmt und Semira eine Chance gibt, aus diesen harten Verhältnissen herauszukommen.

 

Wenn Sie sich angesprochen fühlen, dann würden wir uns freuen, wenn Sie sich bei uns melden.

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