Die Gnadengaben im Dienst der Gemeinde

„Denn wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied. Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat jemand prophetische Rede, so übe er sie dem Glauben gemäß. Hat jemand ein Amt, so versehe er dies Amt. Ist jemand Lehrer, so lehre er. Hat jemand die Gabe, zu ermahnen und zu trösten, so ermahne und tröste er. Wer gibt, gebe mit lauterem Sinn. Wer leitet, tue es mit Eifer. Wer Barmherzigkeit übt, tue es mit Freude. (Römer 12,6)

Liebe Geschwister im HERRN, ich möchte euch gern im Namen unseres Herrn und Heilands herzlich grüßen. Nach zweieinhalb Monaten Missionsdienst in Äthiopien bin ich wieder zu Hause. Nach dem, was in der Welt passiert, kann man nur mit vollem Gottesvertrauen solch einen Dienst wagen. Aber auch euer Gebet war es, worauf ich mich verlassen habe. Nach 27 Jahren Dienst konnte ich mich ohne Zweifel darauf verlassen. In seiner Bergpredigt in Matthäus 7,16 sagt unser Herr: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man den Trauben lesen von Dornen oder Feigen von den Disteln? So bringt jeder gute Baum gute Frucht, aber eine fauler Baum bringt schlechte Frucht.“

Gott sei gedankt und alle Ehre Ihm dargebracht. Ich kann mit reinem Gewissen vor Gott und vor Menschen bekennen, wir alle gemeinsam als Gläubige ein guter Baum sind, der gute Frucht getragen hat. Wer zusammen mit unserer Mission in den letzten 27 Jahren in Gebet und Gabe als Glied sein Teil dazu beigetragen hat, weiß genau, wovon ich schreibe.

Hier möchte ich mehr über die Taten Gottes berichten, die Er in den letzten drei Jahren durch uns getan hat. Wie der oben gegebene Bibelvers, ganz besonders der Vers 8b „Wer gibt, gebe mit lauterem Sinn.“ Das ist mir in diesem Fall sehr wichtig. Geben mit Sinn und Barmherzigkeit und mit Freude, das sind Gaben, und sie sind GNADENGABEN IM DIENST DER Weltweiten GEMEINDE Jesu. Wir haben auch im Folgenden gelesen „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“. Da sehe ich eine Verbindung zwischen den Gaben und den Früchten. Ich habe festgestellt, dass die Gaben wie Samen sind, die überhaupt einen Baum mit guter Frucht entstehen lassen, aber sie müssen gesät werden. So, liebe Kämpfer, wir sind die, die gesät haben, und Gott ist es, der wachsen und gedeihen lässt. So einfach ist es, wenn man Gottes Wort in die Tat umsetzt, begleitet mit Gebet. Wer gibt, gebe mit lauterem Sinn, und wer Barmherzigkeit übt, tue es mit Freude.

Zum Schluss möchte ich die Wirkung unserer Gabe mit einem Bild aus der Natur verdeutlichen. Ich denke an eine Mango Frucht. Schon als Kind mochte ich Mangos, und aß sie leidenschaftlich. Was mich aber immer störte war, dass man Mangos nicht wie eine Banane schälen und essen kann. Ich hatte mir das oft gewünscht, weil das Schälen der Mangos so kompliziert war und viel Flecken hinterließ. Oft hatte ich mich oft über den großen Kern der Mangos geärgert, bis mir irgendwann klar wurde, was die Absicht Gottes mit diesem Kern ist. Wie so oft erkennen wir Gott nur durch sein Werk. Es ist so wie bei den Kindern Israel, sie kannten Gottes Werk, aber Moses wusste die Gedanken Gottes, warum Er das tat.

Die Kinder Israel haben seine Wundertaten erlebt, aber nicht, warum Er das tat. Wann das nicht so gewesen wäre, hätten sie sich nicht nach Knoblauch und Zwiebeln in der Sklaverei gesehnt. Gott hat sie durch große Wunder aus ihrer Sklaverei befreit und ihnen verheißen, sie in ein Land zu bringen, wo Milch und Honig fließt. Aber Mose wusste die Gedanken und kannte das Ziel Gottes: Das Volk nach Kanaan zu bringen, dass der Messias, wenn der Zeit erfüllt ist, geboren wird.

Ja, mir wurde klar, in diesem scheinbar leblosen Kern der Mango steckt der Same. In diesem Samen steckt ein ganzer Mangobaum, und dieser wiederum trägt unzählige Mango Früchte, die auch Samen in sich tragen. Gott hat mit allem eine Absicht. Ich verstand endlich, was im Schöpfungsbericht 1Mose 1,12b geschrieben steht: „Bäume, die Früchte tragen, in denen ihr Same ist“. Schon am Anfang ist der Vermehrungsprozess in jedem Samen integriert. Das ist Gottes Gedanke, nicht die leckere Mangofrucht allein oder der lästige Kern.

In diesem Bild von der Mangofrucht ist mir meine missionarische Verantwortung für die geistlichen Gaben klar geworden. Wenn Gott in die Mangofrucht einen Samen zur Vermehrung gegeben hat, wie viel mehr in mich, oder in uns. Ich dachte an unseren Heiland Jesus Christus. Mit zwölf solcher Samen hat Er die Welt erobert.

Die erschreckende Feststellung danach ist: Wenn ich meine Gaben, also meinen Samen nicht säe, verhindere ich damit die Vermehrung und die Ausbreitung von Gottes Reich. Das ist das Modell unseres Herrn, es fängt im Kleinen mit zwölf Aposteln an, wird aber immer breiter – das Reich Gottes wächst mit jedem einzelnen, der hinzukommt, weil auch er einen Samen trägt, der Vermehrung bringt. Ich blockiere aber ebenso mit meiner Nachlässigkeit die Rettung unzähliger Menschen, wenn ich meine Gaben-Frucht nicht säe. Gott bewahre und öffne unsere Augen, dass wir sehen, welche Verantwortung wir tragen in seinem Erntefeld.

Liebe Geschwister, lasst uns aus diesem Segen heraus unseren Samen, unsere Gaben einsetzen. Der Segen, den wir in der Mission in den letzten Jahren erlebt haben, ist ein Beweis der Treue Gottes, und ebenso eurer Treue.

Gottes reichen Segen!

Euer Missionar Shimeles Retta

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