Hargeysa Bericht 2006 Teil 2

Wie sieht überhaupt eine „somalische“ Gemeinde aus? Nun, sie unterscheiden sich schon sehr von uns, denn sie sind eine Untergrundgemeinde. Spätestens jeden zweiten Monat wechseln sie aus Sicherheitsgründen das Haus, in dem sie sich versammeln. Es wird wahrscheinlich nie ein Schild in der Stadt geben mit der Aufschrift „Somalische Christengemeinde“ (oder ähnlich). Im Gegenteil, wenn jemand von diesen 21 Täuflingen sich offen als Christ bekennt, wird er hingerichtet. Dabei bedrückt es unsere somalischen Glaubensgeschwister vor allem, dass sie nicht als Christen hingerichtet würden „für den Herrn“, sondern nur als Verräter an der Familie, die Religion interessiert dabei weniger.

Die Arbeitsweise der früheren Missionare in Somalia war da eindeutig, jeder bekehrte Somali musste sich offen zu erkennen geben. Das jedoch führte dann dazu, dass keine Gemeinde heranwuchs, denn die Bekenner wurden ja hingerichtet. Somit fehlten in der Missionsarbeit dann die „Lichter im Volk“, die anderen den Weg zu Jesus zeigen konnten. Einer unserer Evangelisten ist ein Somali, unter denen er in Äthiopien eingesetzt ist. Dieser ist zum Glauben dadurch gekommen, dass sich somalische Christen still um ihn bemüht haben. Vorsichtig prüfte der eine, ob dieser Mensch wohl offen war für das Evangelium, dann schickte er ihn an eine Familie, wo ihn erst einmal die Ehefrau in winzig kleinen Bruchstücken auf Jesus hinwies. Als er immer noch offen schien, kam auch ihr gläubiger Ehemann hinzu, und schließlich brachten sie ihn – noch immer unter großen Vorsichtsmaßnahmen – zu einem Evangelisten, wo er sich dann bekehrte.

Heute ist dieser Bruder selbst Evangelist. So sind lebendige somalische Christen überaus wichtig für die Missionsarbeit, als Zeugen für Christus in ihrem Volk, und aus diesem Grund halten sich „unsere“ somalischen Christen verborgen. Wenn sie erkannt werden, müssen sie natürlich bekennen, aber bis dahin haben sie Zeit als Christen zu leben!

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