Liebe Geschwister, die ihr für Äthiopien betet!

Liebe Geschwister im Herrn!

Derzeit bin ich noch in Äthiopien – so lange war ich noch nie von zu Hause weg. Aber die Situation in meinem Missionsland ist sehr ernst und es fällt mir schwer, den Menschen den Rücken zu kehren und nach Hause zu fliegen. Meine Frau bestärkt mich darin, und so bin ich dankbar, hier in Äthiopien persönlich helfen zu können.

Ich habe gehört, wie Deutschland unter dem Corona Virus leidet und wie anders alles ist in dieser Zeit. Da könnt ihr euch aber auch vorstellen, wie viel härter ein Land wie Äthiopien von dieser Pandemie betroffen ist. Dabei geht es gar nicht so sehr um Ansteckungsfälle, sondern um die unverhofft eingetretene Notlage, denn durch Kontakteinschränkungen sind viele Betriebe geschlossen, Tagelöhner werden arbeitslos und Familien haben plötzlich nichts zum Leben.

Diese Not macht vor der Gemeinde nicht halt. Ich möchte euch einen Brief auszugsweise weitergeben, den ich gerade von der Meserete Kristos Church (MKC) erhalten haben, unsere Partnergemeinde in Äthiopien:

„Wie in der ganzen Welt hat die Corona Pandemie Äthiopien in vielen Bereichen getroffen. Für die Gemeinden bedeutete es die plötzliche Schließung aller Gottesdienste, um die Mitglieder zu schützen und die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Die Tatsache, dass viele Gläubige nun zuhause bleiben mussten, betraf die Beziehung zur Gemeinde sichtlich. Ein Problem für uns ist dabei, dass es nicht in allen Regionen des Landes möglich ist, das Internet für Video-Gottesdienste zu nutzen.

Gleichzeitig wurde von der Regierung auch die Bewegungsfreiheit der Bürger eingeschränkt, was die Arbeitslage beeinträchtigte. Viele unserer Mitglieder können nicht mal mehr ihre Miete bezahlen und haben ohne Hilfe nicht die Möglichkeit, ihre Familien mit Nahrung zu versorgen. Diese Armut betrifft auch die Gemeinden; die Gehälter vieler unserer Evangelisten können derzeit nicht bezahlt werden, weil durch die Notlage nicht genügend Spenden eingehen.

Obwohl die MKC mit diesen Herausforderungen konfrontiert ist, bemühen wir uns, unsere Dienste weiterzuführen, die Gemeinden in den verschiedenen Regionen zu ermutigen und zu stärken. Zu unseren derzeitigen Maßnahmen gehören:

1.       Obwohl längst nicht alle die modernen Medien nutzen können, werden Botschaften, Unterricht für Bibelgruppen, Lehrtexte, Audio-Predigten und anderes für die Gläubigen bereitgestellt.

2.       Für diejenigen, die keinen Zugang zum Internet haben, senden wir ermutigende Botschaften durch das Telefon in alle Regionen.

3.       Die Gemeindeleiter und die Ältesten werden einbezogen, um die Hilfe der Mitglieder untereinander zu ermöglichen und zu stärken.

4.       Die Zahl der Menschen in Not steigt in Äthiopien unaufhaltsam. Wir organisieren Hilfe für Bedürftige in Zusammenarbeit mit Gemeinden und der Regierung.

5.       Geplant sind des weiteren gedruckte Andachten zur Ermutigung, um all die Mitglieder zu erreichen, die keinerlei Zugang zu modernen Medien oder Telefon haben.

Nun stehen wir als MKC jedoch vor dem Problem, dass unsere derzeitigen Mittel der steigenden Krisensituation nicht gewachsen sind. Vom Hauptbüro der MKC sind mehrere Gebiete in Äthiopien mit bedürftigen Gemeinden abhängig; es ist eine der Aufgaben des Hauptbüros, Spenden aus finanzstärkeren Gebieten in Äthiopien umzuverteilen. Außerdem gehen vom Hauptbüro verschiedene Gemeindegründungsarbeiten in entlegenen Gegenden aus, zum Teil unter unerreichten Stämmen. Die Gehälter der Evangelisten für diese Gemeindegründungen können wir zurzeit nicht mehr aufbringen.

In dieser Zeit ist die Evangeliums-Mission Äthiopien eine große Hilfe an unserer Seite. Zum einen werden durch die Mission die Gehälter von 460 Evangelisten in 15 Gebieten getragen; diese Evangelisten haben ein sicheres Einkommen. Ebenso kämpft die Mission aktiv gegen die Armut und unterstützt Kinder von bedürftigen Familien sowie Alte und Kranke in den Gemeinden. Wichtig ist uns heute auch die Reihe von Schulungen, welche die Mission den Evangelisten und Ältesten von 15 Gebieten zukommen ließ. Das hat die Gemeinden gefestigt und so auf diese Zeit der Isolation vorbereitet; ebenso können die Evangelisten ihr Wissen nun in kleinen Gruppen weitergeben, solange das Versammlungsverbot besteht. Für diese Unterstützung durch die Mission sind wir von Herzen dankbar.

Wir glauben, dass der Herr das Werk, das Er in uns begonnen hat, weiterführen wird und dass Er mit uns sein wird. Die Evangeliums-Mission, die uns so lange treu zur Seite steht, möchten wir um Unterstützung in dieser Krisenzeit bitten, damit wir unsere Aufgaben als MKC an den Gemeinden wahrnehmen können, wie der Herr es uns aufgetragen hat.“

Liebe Geschwister, ihr seht, wie stark die Gemeinden betroffen sind, und ein Ende der Corona-Maßnahmen ist noch lange nicht in Sicht. Die Gemeinden müssen sich zurüsten und wir möchten gerne dabei helfen. Wir haben als Mission folgende Pläne, zu deren Verwirklichung wir eure Hilfe benötigen:

– Unterstützung für je 10 Evangelistenfamilien in unseren 15 Einsatzgebieten, also 150 Familien insgesamt. Das sind Evangelisten, die nicht bei uns im Projekt sind und die derzeit kein Gehalt bekommen.

– Lebensmittelverteilungen in stark betroffenen Gemeinden, in denen Gläubige hungern. In sechs Gemeinden verteile ich derzeit Lebensmittelpakete, die für 15 Tage reichen. Die Pakete kosten je 15 Euro, wir reden hier also von 1 Euro pro Tag für eine Familie.

– Wir möchten aber auch dem geistlichen Hunger wehren und arbeiten an Traktaten zur Verteilung in den Gemeinden. Außerdem sind Audio-Botschaften geplant, Lehrtexte für Kleinst-Bibelgruppen und anderes mehr.

Ein winzig kleiner Virus stellt die Christen heute vor riesige Probleme. Aber wir stehen nicht allein – der Herr Jesus Christus selbst ist an unserer Seite. Aber Er hat uns auch die weltweite Gemeinschaft der Gläubigen geschenkt, die für einander da sind. Bitte, lasst euch ansprechen und helft, wenn es euch möglich ist.

In Jesu Liebe verbunden

Shimeles Retta

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