Oda Dalota – eine Gemeindegründung unter Verfolgung

Auch bei schweren Situationen finden Menschen Jesus und somit Hilfe

Oda Dalota ist ein unbedeutendes Bauerndorf in den Bergen Mitteläthiopiens, nördlich von Addis Abeba. Trotz der Nähe zur Hauptstadt ist die ganze Gegend sehr unterentwickelt. Die Äcker in den Dörfern sind steinig und wenig ertragreich, daher ist hier auch kaum Fortschritt zu erwarten. Die armen Kleinbauern in dieser Gegend kämpfen ums Überleben, und oft ist der Hunger in den Familien zuhause. Oda Dalota liegt acht Stunden Fußmarsch von der nächsten Gemeinde entfernt. Seit 2012 versuchen wir, hier eine Gemeinde zu gründen. Aber die orthodoxe Kirche hat hier die Macht und ist eifersüchtig bemüht, jegliche Missionsarbeit zu verhindern. Man kann sich vorstellen, dass es nicht einfach ist, unter solchen Verhältnissen das Evangelium zu verkündigen. Bekehren sich Menschen, werden sie bedroht und verfolgt, sogar von den eigenen Angehörigen und Freunden. Es gibt auch noch einzelne Anhänger von den alten Stammesreligionen im Ort, sie sind aber eine Minderheit und haben keinen großen Einfluss. Natürlich sollte man nicht übersehen, dass hinter der Fassade der orthdoxen Kirche auch viel heidnische Tradition verborgen ist.

 

Unser Evangelist Abebe hat es nicht leicht gehabt, im Dorf Fuß zu fassen. Gut ist, dass er selbst aus einer Bauernfamilie stammt. Er hat zwar die Schule bis zur neunten Klasse besuchen können, musste aber in seiner ganzen Freizeit als Hirtenjunge arbeiten und auf die Schafe der Familie aufpassen. Dann reichte das Geld nicht mehr, Abebe musste die Schule abbrechen. Etwas später hörte er von Jesus, war sofort interessiert und bekehrte sich bald. Abebe war entschlossen, diesen Glauben auch an andere weiterzugeben. Von Anfang an war er aktiv in seiner Gemeinde, bis er berufen wurde, den Dienst eines Evangelisten in der Gemeindegründung Oda Dalota zu übernehmen.

 

Der Anfang in Oda Dalota war sehr schwer. Gerade in der ersten Zeit war die Verfolgung heftig, sodass wir darauf gefasst waren, dass wir das Dorf eventuell sogar aufgeben müssten. Aber nach einiger Zeit legte sich die erste Wut der Bewohner, dem Herrn sei Dank. Die Gläubigen durften sich sogar zu den Gottesdiensten versammeln, das war ein beachtlicher Fortschritt. Aber es gab noch Probleme, eines davon die Sache mit dem Friedhof. In Äthiopien ist es so, dass jeder gemäß seiner Religionszugehörigkeit bestattet wird. Es gibt nicht die Möglichkeit, sich auf dem Friedhof einer fremden Religion bestatten zu lassen. Das hieß in Oda Dalota für die gläubigen Christen, dass sie kein Anrecht auf Bestattung in ihrem Dorf hatten – der Friedhof gehörte der orthodoxen Kirche. Dies war ein Druckmittel der Orthodoxen, um Menschen von einer Bekehrung abzuhalten. Aber es wurde den Gläubigen später erlaubt, ein Grundstück zu erwerben; das war billiges Land weit draußen, aber immerhin hatten sie damit auch einen eigenen Friedhof. Das bis heute effektivste Druckmittel ist aber das Sozialgefüge des Dorfes. Kleinbauern können nur im Verband überleben, wenn einer dem anderen hilft, vor allem in dürren Gebieten wie in Oda Dalota.

 

Bekehrte sich aber jemand, wurde er aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen, man half ihm nicht mehr. Die Schar der Gläubigen war viel zu klein und zu schwach, um sich selbst tragen und einander wirklich helfen zu können. Das war bitter. Jeder, der sich bekehrte, wusste um diese ernste Tatsache. Es war erstaunlich, dass sich trotzdem immer wieder Menschen für Jesus entschieden und es hinnahmen, in große Not zu kommen. Es gab in Oda Dalota auch immer wieder Wellen von echter Verfolgung, auch das kam dazu. Wie ging es nun mit der Gemeindegründung weiter? Zu unserer Freude durften wir erleben, dass die Schar der Gläubigen wuchs. Angefangen hatten wir mit 17 Christen, durch die Verfolgung verließen aber einige den Ort und es blieben nur 13 von ihnen. Nach und nach bekehrten sich die Menschen und ließen sich taufen, den anderen im Ort zum Zeugnis. Heute hat Oda Dalota 27 getaufte Christen. Ja, das ist die Frucht einer Arbeit, die über vier Jahre ging, aber dem Herrn sei Dank, die Gemeinde wächst und gedeiht!

 

Heute versammeln sie sich in einem provisorischen Zelt, dass sie sich gerade auf ihrem Grundstück errichten. Ihre Zahl ist zu groß, um sich noch in einem Wohnhaus zu versammeln, die sind in Oda Dalota nämlich klein und eng. Für ein eigenes Gebäude reicht es nicht, sie sind 

viel zu arm dafür. Aber trotz aller Armut sind die Gläubigen froh im Glauben und so in ihrem Ort auch ein lebendiges Zeugnis für Jesus Christus!

Wir überlegen derzeit, ob wir hier in Oda Dalota eine kleine Kindergruppe eröffnen, um den ärmsten Familien zu helfen.

 

Dazu brauchen wir natürlich Paten – vielleicht lasst Ihr Euch ansprechen.Und es gibt mehrere Dörfer in der Gegend, in denen wir einen Evangelisten eingesetzt haben, der unter ähnlich schwierigen Umständen den Menschen die frohe Botschaft bringt. Wir wären dankbar, Paten für diese Evangelisten zu finden, um weitere Gemeinden in dem Gebiet gründen zu können.

 

Einer dieser Evangelisten ist hier der Abebe Asfaw

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