Pugnedo – Mission im Grenzgebiet

Aus dem Südsudan kommen immer mehr Flüchtlinge nach Südwestäthiopien. Das stellt die Gemeinden in diesem Gebiet vor neue Herausforderungen und Chancen. Wie gehen die Christen damit um? 

Unter sudanesischen Flüchtlingen und äthiopischen Stämmen

Pugnedo ist eine Siedlung in Südwestäthiopien nahe der sudanesischen Grenze; das Gebiet heißt Gambela. Vor dreißig Jahren war der Ort noch fast menschenleer, abgesehen von einigen Stämmen, die in der Umgebung lebten. Die Stämme heißen Agniwak, Megenger und Nuwer. Dann wurde von der Regierung hier eine Siedlung gegründet. Heute hat Pugnedo, obwohl es so weit abgelegen ist, eine kleine Klinik, eine Schule, eine Polizeistation und sogar Telefon. Strom kommt von einem Generator, Wasser liefert eine nahegelegene Quelle. Die Regierung brachte viele Leute nach Pugnedo, Beamte, Polizisten, Lehrer, und andere folgten, zum Beispiel Händler, die hier eine neue Einnahmequelle suchten. So entwickelte sich Pugnedo rasch, aber auch mit einigen Schwierigkeiten. Die ansässigen Stämme sind bis heute nicht wirklich entwickelt. Für sie kam die Neuzeit einfach zu rasch, um sich anpassen zu können. Noch immer gibt es kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Stämmen, die alten Feindschaften schwelen weiter und flackern immer wieder in blutigen Kämpfen auf, die eines der größten Probleme in Pugnedo sind. Man sieht aber auch in der hohen Zahl an Arbeitslosen, dass sie mit dem modernen Leben nicht zurechtkommen. Die alte Lebensweise funktioniert in einem modernen Ort nicht mehr, aber die Menschen passen entwicklungsmäßig auch noch nicht hinein in ein „städtisches“ Leben. Auch dies sorgt für ein hohes Konfliktpotential.

Das Evangelium kam durch einen Missionar nach Pugnedo. Viele Menschen sind durchaus offen für Gottes Wort, und es ist eine große Gemeinde mit rund 600 Mitgliedern entstanden. Man muss sich diese Gemeinde aber nicht so vorstellen wie unsere hier. Allein schon die ursprünglichen Stämme der Gegend sprechen unterschiedliche Sprachen, und die neu angesiedelten Beamten, Arbeiter und Händler bringen auch noch weitere Sprachen in den Ort. Ein weiteres Problem ist die große Armut durch hohe Arbeitslosigkeit. So sieht ein Gottesdienst schon etwas anders aus als hier bei uns – es fehlt an einem richtigen Gebäude für die vielen Besucher, und an Kinderstunden ist auch noch längst nicht zu denken. Nun stand die Gemeinde aber vor einem neuen Problem. In der Nähe von Pugnedo hat die Regierung zwei riesige Flüchtlingslager bauen lassen, für die Flüchtlinge, die aus dem Sudan nach Äthiopien strömen. Trotz der vielen eigenen Probleme kümmerten sich die Gläubigen um die Flüchtlinge, und viele bekehrten sich. Doch die Kapazität der Gemeinde reichte einfach bei weitem nicht aus. Vor allem wurde ein Evangelist benötigt, der sich um die Flüchtlinge, aber auch um die Menschen in Pugnedo kümmern konnte. Wir haben jetzt einen geeigneten Bruder gefunden, Simon. Er fängt seinen Dienst in diesem Monat an, und wir sind sehr gespannt auf die weitere Entwicklung. Pugnedo ist schon eine Herausforderung, hier ist noch so viel zu tun: Die vielen Kinder in der Gemeinde brauchen Kinderstunden, ein geeignetes Gebäude für die Gottesdienste fehlt, bei der Armut ist eventuell auch ein Hilfsprojekt besonders für Kinder wichtig… Wir haben den Dienst in Pugnedo im Glauben begonnen und beten, dass der Herr uns hilft, diese Aufgabe weiterzuführen, um Segen in den Ort zu bringen.

 

Erfahren Sie mehr über unser Evangelistenprojekt: Zu den Evangelisten

 

Share on facebook
Share on google
Share on twitter
Share on linkedin
Share on email

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ansprechpartner

Mit einer Spende mithelfen...

Helfen zu können ist etwas Großartiges. Was die Unterstützung von Evangelisten und anderen hilfsbedürftigen Menschen in Äthiopien angeht, übersteigt der Bedarf unsere finanziellen Möglichkeiten. Deswegen sind wir auf Mithilfe angewiesen. Wir freuen uns über jede noch so kleine Spende.