Zwischenbericht aus Äthiopien – Frühjahr 2020

Liebe Geschwister im Herrn!

Ich möchte euch aus dem fernen Äthiopien im Namen unseres Herrn und Heilands Jesus Christus grüßen.

Die wichtigste Aufgabe dieser Missionsreise war die Schulung für unsere Evangelisten aus 13 Gebieten. Unser lieber Missionsfreund Helmut Blatt hat die Schulung gehalten. Trotz des unruhigen und bedrohlichen Zustands im Land, ganz besonders im Schulungsort Dire Dawa, wurde es dank eurer Gebete eine sehr gesegnete Zeit. Ich konnte dank eurer großzügigen Spenden auch allen Bücher und Bibeln kaufen. Wir haben sie an die Evangelisten in der Schulung, aber auch an die Gemeindemitglieder nach Bedarf verteilt. Diese Schulung wird nun bereits systematisch in allen Einsatzgebieten von den Evangelisten an die Gemeindemitglieder weitergegeben. Meine Bitte ist, dass ihr für die Gemeindemitglieder betet, auf dass sie dadurch in ihrem geistlichen Leben und in ihrem Zeugnis wachsen. Wenn ich wieder daheim bin, werde ich mehr über meine Reise in unserer Broschüre (voraussichtlich im April) berichten.

Jetzt möchte ich euch gerne ein wichtiges Gebetsanliegen weitergeben. Unser Dienst mit der Meserete Kristos Church wächst unvermindert, obwohl die politische Situation nicht so ist, wie sie sein sollte. Wie durch ein Wunder hat es vor mehr als einem Jahr einen Regierungswechsel gegeben. Die alte Regierung hatte 27 Jahre lang diktatorisch regiert und das Land durch Korruption und Gesetzlosigkeit stark verändert. Vor allem haben sie nur die Interessen ihres Stammes systematisch aufgebaut und gleichzeitig die Feindschaft unter mehreren anderen Stämmen geschürt, um ihren eigenen Stamm zu stärken und sich maßlos zu bereichern. Als sie ihre Position als Regierung plötzlich verloren hatten, verschanzten sie sich in ihrer Provinz. Sie sind bis an die Zähne bewaffnet und versuchen nun, die gegenwärtige Regierung zu stürzen. Dadurch herrscht ein unverkennbar unruhiger Zustand im ganzen Land.

Dieser Zustand beeinträchtigt natürlich auch unsere Gemeinden. Wir setzen wie immer Evangelisten wegen der Sprache und Kultur unter ihrem eigenen Volk ein. Die Unruhen jedoch beeinträchtigen die Lebensmittellieferungen und durch die materielle Knappheit wurde das Leben für manche unbezahlbar und dauerhaft unerträglich. Es sind sehr traurige Zustände, die ich in meinem fast 26-jährigen Dienst so noch nicht erlebt habe. Dazu kommen Vertreibung, Verfolgung und in manchen Gebieten kriegerische Auseinandersetzungen.

Trotz aller Umstände wachsen die Gemeinden und damit unsere Arbeitsgebiete. So entstanden zum Beispiel in einem unserer Einsatzgebiete in kurzer Zeit mehrere neue Gemeinden. Die Gebietsleitung schrieb uns jetzt und bat uns, diese Gemeinden und Gemeindegründungen mit einem Evangelisten zu unterstützen. Die leitenden Brüder hatten gesehen, wie sich der Zustand der Gemeinden ohne Betreuung verschlechterte. Sie drückten das so aus: „Die Schafe kommen ins Fallen und brauchen Hirten. Bitte, helft uns!“ Ich bin es gewohnt das zu tun, was ich kann. Mit Gottes Hilfe und mit der vertrauensvollen Unterstützung unserer Geschwister in Deutschland konnte ich schon so oft helfen. Was wir alle gemeinsam geleistet haben, ist nicht zu unterschätzen. Ich bete, dass ich auch diesmal die Möglichkeit zu helfen bekomme – wir brauchen Paten für Evangelisten.

Gott alle Ehre für alles, was wir mit seiner Hilfe und der vertrauensvollen Unterstützung unserer Geschwister aus Deutschland bisher tun konnten. Ich bin nun schon mehr als einen Monat ununterbrochen unterwegs. Wir führen Schulungen durch und besprechen mit Verant­wortlichen, wie wir handeln sollen. Es wird sehr viel gebetet, aber die Not der Geschwister nimmt kein Ende. In den mir verbleibenden drei Wochen möchte ich Gebiete mit Gemeinden in Not besuchen und so viel an Gaben weitergeben, wie es möglich ist. Bitte betet, dass der Herr noch mehr Frieden und Ruhe im Lande schenkt und dass wir die dringendste Not der Geschwister lindern können…

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Helfen zu können ist etwas Großartiges. Was die Unterstützung von Evangelisten und anderen hilfsbedürftigen Menschen in Äthiopien angeht, übersteigt der Bedarf unsere finanziellen Möglichkeiten. Deswegen sind wir auf Mithilfe angewiesen. Wir freuen uns über jede noch so kleine Spende.

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